Dankbarkeit – Ein Game Changer

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Als ich vor einigen Jahren begann mich mit Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen, begegnete mir ziemlich schnell der Aspekt der Dankbarkeit. Dankbarkeit war und ist ein absoluter Game Changer für mich. Denn, wenn man es sich mal bewusst macht, dann wird einem schnell klar, dass wir, besonders in unseren Breitengraden, einfach unglaublich viel haben, für das wir dankbar sein können. Ich rede dabei nicht von materiellem Reichtum, viel mehr meine ich, dass wir genug zu essen und zu trinken haben, dass wir ein Dach über dem Kopf haben, dass wir Bildung geniessen dürfen, dass wir wählen können,… Die Liste könnte man unendlich weiterführen. Wir haben nichts dafür getan, diese Privilegien zu geniessen, sondern hatten einfach Glück, in Europa geboren worden zu sein.

Sich diese Privilegien von Zeit zu Zeit wieder bewusst zu machen, hilft nicht nur, um die eigenen Sorgen und Probleme zu relativieren, sondern macht auch zufrieden, weil einem schnell auffällt, wie viel Glück man eigentlich hat. Eine Aussage finde ich in diesem Zusammenhang immer sehr treffend:

«Viele Menschen würden alles geben, um deine Probleme zu haben.»

Ich will damit nicht sagen, dass wir hier in Europa nie wirkliche Probleme haben. Allerdings würde ich sagen, dass wir uns oft über Lappalien ärgern, wie zu spät kommende Züge, oder schlechtes Wetter. Dabei gäbe es so viel für das wir dankbar sein können. Und ja, es gibt viele Menschen auf diesem Erdball, die gerne unsere Probleme hätte, denn sie haben oftmals weder ein Dach über dem Kopf, noch etwas zu essen. Sich dem bewusst zu werden, macht demütig.

Dankbarkeitsroutinen

Seit ich mich mit dem Thema beschäftige, ist Dankbarkeit ein fester Bestandteil meines Lebens geworden. Morgens beginne ich meine Meditation damit, mir zu überlegen, wofür ich gerade dankbar bin. Abends, wenn ich im Bett liege, mache ich mir dann Gedanken darüber, wofür ich speziell an diesem Tag dankbar war.

Was ich aus eigener Erfahrung sagen kann, ist: Dankbarkeit macht glücklich.

Recht schnell nachdem ich damit anfing diese Dankbarkeitsroutinen in meinen Alltag zu integrieren, begann ich, mich gesegnet zu fühlen. Ich empfand und empfinde mich seitdem als echtes Glückskind und ich bin überzeugt, je dankbarer und damit auch je glücklicher wir sind, desto mehr ziehen wir von dem guten Zeug in unser Leben. Probier es aus! 😊

Ich empfehle dir, auch in deinen Alltag Dankbarkeitsroutinen zu etablieren. Das Gute daran ist, dass man sie überall machen kann. Du kannst dir beispielsweise jeden Morgen unter der Dusche oder auf dem Weg zur Schule oder zur Arbeit 5 Dinge überlegen, für die du dankbar bist. Glaub mir, dafür haben wir alle Zeit, wir haben sie uns bis dato einfach nur nicht genommen. Ich bin mir sicher, dass, sobald Dankbarkeit ein fester Bestandteil deines Lebens wird, du relativ schnell einen Unterschied in deiner Stimmung wahrnehmen wirst. Denn:

Wer dankbar ist, ist glücklich.

Mantren helfen in diesem Zusammenhang übrigens auch. Teil meiner Meditationsroutine ist es daher auch in meinem Kopf Mantren, wie «Ich bin dankbar», «Ich bin gesegnet» oder «Ich bin ein Glückskind» zu sprechen. Ich bin mir sicher, auch auf diese Weise kannst du dein Mindset von einem negativen zu einem positiven shiften und damit noch mehr positive Gedanken anziehen.

Next-Level-Dankbarkeit

Und hier noch ein Tipp für Pros: Wenn du schon ein Experte darin bist, vieles in deinem Leben zu finden, für das du dankbar bist (dafür schon mal «Congrats!»), dann versuch doch mal beim nächsten Mal, wenn du in einer Situation bist, die du als negativ bewerten würdest, etwas zu finden, wofür du im Zusammenhang mit dieser Situation dankbar bist. Ich möchte dir zwei persönliche Beispiele nennen.

Beim ersten Beispiel handelt es sich um meine Essstörung. Jetzt fragst du dich vielleicht, wie man für seine Essstörung dankbar sein kann. Ich erkläre es dir. Während meiner Essstörung war ich definitiv nicht dankbar für sie, im Nachhinein allerdings schon. Denn durch meine Essstörung habe ich nicht nur zum Veganismus gefunden, gelernt mich selber zu heilen, die Thematik der Persönlichkeitsentwicklung entdeckt, realisiert, dass ich nur einen Körper habe, der mir schon unglaubliche Dienste erwiesen hat, obwohl ich ihn über ein Jahrzehnt absolut respektlos behandelt habe, sondern bin auch zu einer bewussteren Konsumentin und einer Person geworden, die sich Gedanken um Umweltschutz und Ethik macht. Ich habe der Essstörung so viel zu verdanken, weil ich durch sie so wahnsinnig viel gelernt habe.

Mein nächstes Beispiel bezieht sich auf meine berufliche Zukunft. Nachdem ich Ende letzten Jahres meinen Master abgeschlossen hatte, poppte plötzlich die Möglichkeit eines Doktorats auf, verbunden mit einer Stelle als wissenschaftliche Assistentin bei dem Professor, der meine Masterarbeit kontrolliert hatte. Obwohl ich grundsätzlich ein sehr entscheidungsfreudiger Mensch bin und genau weiss, was ich will, konnte ich mich in diesem Fall einfach nicht entscheiden und das hat mich tierisch genervt.

In einem Moment dachte ich mir: «Es ist eine mega Chance. Ja, voll, ich mache das Doktorat». Im nächsten Moment kam dann folgender Gedanke: «Nein, ich muss raus aus der Uni. Ich muss das tun, wofür ich wirklich brenne». So ging es dann hin und her und das hat mich ehrlich gesagt echt gestört, weil ich diese fehlende Entscheidungsfreude so nicht von mir kannte. Irgendwann als ich mich immer noch im Entscheidungsprozess befand, realisierte ich, dass ich so unglaublich privilegiert bin, mir überhaupt solche Gedanken machen zu dürfen, denn nicht jeder kommt in den Genuss, zur Schule oder zur Uni gehen zu dürfen oder eine Ausbildung machen zu können.

Doktorieren oder nicht doktorieren? Ist das nicht ein fucking First World Problem? It is, it definitely is. Mir darüber bewusst zu werden, half mir die Dinge mit dem nötigen Abstand, der nötigen Dankbarkeit und Demut zu betrachten. Wollt ihr wissen, wie ich mich entschieden habe? Gegen das Doktorat, nicht weil es etwas Schlechtes ist, zu doktorieren, sondern weil momentan andere Dinge auf mich warten, für die ich mehr brenne.

Ihr seht, wir können also auch für die unangenehmen oder die vermeintlich unangenehmen Dinge dankbar sein. In meinem Post zur Vergebung schreibe ich auch darüber, wie Vergebung und Dankbarkeit Hand in Hand gehen können. Schau gerne mal rein, wenn es dich interessiert.

Lass Dankbarkeit auch dein Game Changer sein.

Ich bin gerade dankbar dafür, dass ich hier meine Gedanken mit dir teilen kann, für den Mann an meiner Seite, für mein Zuhause, für neue Möglichkeiten und Wege und für meine Entwicklung in den letzten Jahren, hin zu einem glücklicheren Ich, auch dank der Dankbarkeit.

Jetzt würde mich interessieren, wofür du gerade dankbar bist und ob es dir schwerfällt, Dinge zu finden, für die du dankbar sein kannst.

Lass es mich mal in den Kommentaren wissen.

Alles Liebe,

Deine Anna