Tipps für eine harmonische Beziehung aus 17 Jahren Liebe - Teil 1

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Seit 17 Jahren bin ich in einer Beziehung. Mehr als die Hälfte meines Lebens. Und was soll ich sagen? Ich bin immer sehr glücklich in dieser Beziehung gewesen, wenn man mal von all dem Abschiedsschmerz absieht, den ich all die Jahre während unserer Fernbeziehung immer wieder hatte. Auch heute bin ich immer noch sehr glücklich in dieser Beziehung. Vor gar nicht all zu langer Zeit hätte ich gesagt, dass dieses Glück und die Erfüllung innerhalb dieser Liebe daher rühren, dass wir einfach super zusammenpassen.

Heute bin ich überzeugt davon, dass ebenso ganz bestimmte Verhaltensweisen und Einstellungen in unserer Partnerschaft dazu geführt haben, dass wir so glücklich miteinander sind. Und weil ich mir wünsche, dass jede/r eine erfüllte Beziehung führen kann, möchte ich in diesem und im folgenden Blogpost einige meiner Ratschläge zu einer harmonischen und glücklichen Beziehung mit dir teilen.

 

Ich wachse, du wächst = Wir wachsen zusammen

Was ich unglaublich wichtig finde, ist, auch oder gerade, wenn man in einer Beziehung ist, sich weiterzuentwickeln und an sich zu arbeiten. Ich habe für mich erkennen dürfen, dass je mehr ich bei mir ankam, unsere Beziehung noch schöner wurde.

Ich erkannte plötzlich meinen eigenen Wert und brauchte nicht mehr meinen Freund, der mir zeigte, dass ich wertvoll bin. Natürlich ist es nach wie vor, wundervoll von meinem Partner zu hören, wie wertvoll er mich findet, meiner Ansicht nach, nimmt es jedoch einen immensen Druck vom Partner/ der Partnerin, wenn es nicht mehr seine/ihre Aufgabe ist, uns zu verdeutlichen, wieso und weshalb wir wundervoll sind.

Sich selber zu lieben und anzuerkennen, ist nicht nur für einen selber als extrem positiv zu werten, sondern auch für die Partnerschaft ein absoluter Gewinn.

So wichtig ich es finde, dass wir selber uns weiterentwickeln und wachsen, finde ich allerdings auch, dass wir dem Menschen an unserer Seite, den Raum für Wachstum und Weiterentwicklung geben sollten. Wir sollten nicht aus einer Angst heraus, diesen Menschen auf dem Weg seiner Weiterentwicklung zu verlieren, sein Wachstum bremsen. Ich bin überzeugt, dass der Wachstumsprozess des einen Partners auch für den anderen und sogar für die gesamte Beziehung von Vorteil sein kann.


Also gib dem Menschen an deiner Seite Raum zum Wachsen, nimm diesen Raum allerdings auch für dich in Anspruch.

 

Freiräume geben und nehmen

Freiräume in Beziehungen sind, wie ich finde, von grosser Bedeutung. Ich habe das Gefühl, Freiräume zu haben und diese aber auch dem Partner/der Partnerin zuzugestehen, schafft Nähe. Auf den ersten Blick scheint diese Ansicht vielleicht nicht so offensichtlich, doch sie macht absolut Sinn.


Wer sich eingeengt fühlt, der zieht sich zurück. Wer sich hingegen frei fühlt, der verbringt auch gerne Zeit mit dem geliebten Menschen.


Deshalb finde ich Reisen, Ausflüge, Verabredungen etc., die man ohne den Partner/die Partnerin verbringt, sehr wichtig und ebenso bereichernd für die Beziehung.

Loslassen muss nicht für immer gehen lassen, heissen. Es bedeutet nur zu vertrauen. Und mit diesem Vertrauen im Rücken fühlen für uns geliebt und frei und kommen gerne wieder dorthin zurück, wo uns dieses Vertrauen und dieser Freiraum geschenkt werden.

 

Lass uns gemeinsame Erlebnisse schaffen

So wichtig, wie Freiräume sind, ist auch die Zeit zu zweit, ohne Ablenkung, nur du und dein Lieblingsmensch. Es passiert so schnell, dass wir uns im Alltag verlieren, dass wir neben dem Studium, der Arbeit, dem Kochen, Putzen, Einkaufen, dem Sozialleben, der Familie und all den Dingen, die es eben auch in einer Beziehung zu organisieren gibt, den Blick auf unsere Liebensbeziehung verlieren.

Wir sind dann so gestresst und gehetzt, dass wir vergessen, uns Zeit füreinander zu nehmen und uns aufeinander zu konzentrieren. Aber das Bewusstsein über diese Gefahr, ist der erste Schritt zur Besserung.

Nimm dir Zeit für deine/n Liebste/n. Unternehmt etwas, geht ins Kino, essen, spazieren, was auch immer es ist, nehmt euch bewusst Zeit füreinander und schafft gemeinsame Erlebnisse. Denn die Erinnerung an sie, sind es die bleiben und zusammenschweissen, im Gegensatz zu irgendwelchen Wertgegenständen.

 

Ich respektiere dich, du respektierst mich

Was ich auch sehr bedeutend für eine gut funktionierende Beziehung finde, ist, respektvoll und freundlich miteinander umzugehen: Keine Schimpfwörter, kein Geschrei, kein respektloses Verhalten.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass Menschen in Beziehungen, wenn sie streiten, respektloser miteinander umgehen, als sie es sich im Umgang mit anderen Personen jemals erlauben würden. Warum eigentlich? Ich meine, ja, klar, manchmal sind wir verärgert über unseren Partner/ unsere Partnerin, aber gibt uns das das Recht diese Person verbal oder gar körperlich anzugehen? Auf keinen Fall, erst recht, wenn man bedenkt, dass die Person an deiner Seite, im Idealfall diejenige ist, die du in deinem Leben am meisten liebst.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf dürfen wir uns selbst immer wieder daran erinnern, dem Menschen an unserer Seite mit Freundlichkeit und Respekt zu begegnen. Denn dann lassen sich auch Dispute viel leichter klären, als wenn dem Klärungsversuch ein riesiges Geschrei zugrunde liegt.

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Ich bin nicht für dein und du nicht für mein Glück verantwortlich

Ich weiss nicht, wie dein Eindruck ist, aber ich denke, dass viele der Ansicht sind, ihr/e Partner/in sei für das eigene Glück verantwortlich. Ich kann heute gar nicht mehr sagen, wie meine Ansicht zu dieser Thematik vor einigen Jahren gewesen wäre. Wie sie heute ist, weiss ich jedoch sehr genau. Auch wenn mein Freund entscheidend zu meinem Lebensglück beiträgt, sehe ich die Verantwortung für mein Glück nicht in seinen Händen.


Mein Glück – Meine Verantwortung, würde ich heute sagen.


Ich denke, wir dürfen uns glückstechnisch emanzipieren – Männer, wie Frauen. Denn, wenn wir die Verantwortung für unser Glück an einen anderen Menschen abgeben, machen wir uns nicht nur ziemlich abhängig, sondern sorgen damit selber dafür, dass das Erzielen eines Glückszustandes oder die Aufrechterhaltung unseres Glücks eine ziemliche fragile Angelegenheit werden können.

Das heisst auch oder gerade, was das eigenen Glück angeht: Eigenverantwortung ist der Schlüssel. Dieser Schritt hin zur Eigenverantwortung für das eigene Glück entlastet den Menschen an unserer Seite ungemein und sorgt auf diese Weise für eine noch entspanntere und glücklichere Beziehung.

 

Du bist der Beste

Ich erachte es als extrem bedeutend, dem Lebenspartner/ der Lebenspartnerin Komplimente zu machen. Es können ganz kleine und eher oberflächliche Dinge positiv kommentiert werden, wie die Kleidung, die Frisur oder allgemein das Aussehen. Aber auch zu Verhaltensweisen, Charaktereigenschaften oder Entscheidungen können Komplimente gemacht werden.

Wichtig ist nur, dass wir dem Menschen an unserer Seite verdeutlichen, wie sehr und was wir an ihm schätzen. Auch, wenn wir diesem Menschen schon tausendfach gesagt haben, wie toll wir ihn finden, kann es ein Zuviel an Komplimenten, denke ich, nicht geben.


Mit Komplimenten verdeutlichen wir doch auch: Ich sehe dich und deinen Glanz (noch immer).

 

I am your and you are my Cheerleader

Echtes Interesse füreinander zu zeigen und einander zu unterstützen, empfinde ich als einen weiteren wichtigen Punkt in einer Beziehung. Egal, ob in beruflicher oder privater Hinsicht zeige ehrliches Interesse für die Dinge, die dein Partner/deine Partner tut, denn genau diese Dinge beschäftigen ihn/sie.

Doch nicht nur das gegenseitige Interesse für das Tun des Gegenübers ist von grosser Bedeutung, sondern ebenso die Unterstützung seiner Projekte, ganz gleich, ob privater oder beruflicher Natur. Bring dich auch in diesem Zusammenhang ein und mache deutlich, deinen Partner/deine Partnerin bei anstehenden Projekten zu unterstützen, wenn deine Hilfe gebraucht wird.

Leg die Einsatzbereitschaft an den Tag, die auch du dir von dem Menschen an deiner Seite wünschen würdest und mache vor allem deutlich:


Ich glaube an dich und deine Projekte.

 

Don’t lie to me

Ich offenbare hier kein Geheimnis, wenn ich betone, wie bedeutsam Ehrlichkeit in einer Beziehung ist. Ganz am Anfang unserer Beziehung haben mein Freund und ich für uns beschlossen, dass unsere Liebe ein Raum sein soll, indem wir immer offen und ehrlich miteinander reden können.

Natürlich ist die Wahrheit manchmal auch unangenehm, das mag sein, allerdings könnte ich mir keine Beziehung vorstellen, in der Ehrlichkeit und Offenheit keine tragende Säule in der Beziehung repräsentieren.

Ich bin daher eine absolute Verfechterin davon verbal die Hosen herunter zu lassen und ganz offen zu den eigenen Ansichten und Empfindungen zu stehen. Ich denke, mit offenen Karten zu spielen, ist eine Vorgehensweise, die eine Beziehung über kurze oder lange Sicht sehr bereichern kann, denn es wird schnell deutlich, woran man bei dem Menschen an der eigenen Seite ist.


Sei offen und ehrlich und gib dem Menschen an deiner Seite damit wirklich die Chance, zu erkennen, was du denkst, fühlst und brauchst.

 

Ich sehe dich

Was ich auch super wichtig finde, ist offen für das Neue und Unbekannte am Menschen an deiner Seite zu sein und das Neue auch wirklich bewusst wahrzunehmen und nicht eine unveränderbare Version von der Person, die wir lieben, im Kopf zu haben, von der wir keinen Zentimeter abrücken können oder wollen.

Im Laufe einer Beziehung lernt man sich sehr gut kennen, was natürlich wunderschön ist. Allerdings sind wir alle nicht aus Stein gemeisselt, sondern verändern uns im Laufe unseres Lebens wieder und wieder. Daher finde ich, sollten wir offen für das Neue an unserem Partner/unserer Partnerin bleiben, denn Menschen verändern sich und das ist auch gut so.

Wir dürfen uns in unserer Beziehung also bewahren, der Person an unserer Seite mit offenen Augen, aber auch offenem Herzen zu begegnen und ihr das Gefühl zu geben, dass sie sich entfalten und verändern darf, ohne dass wir direkt das Weite suchen, sobald sich etwas an ihr ändert.

 

Ich bin dankbar für dich

Dankbarkeit empfinde ich als ungemein wichtig. Gerade auch in der Partnerschaft und zwar nicht nur in Bezug auf Dinge, die der Mensch an unserer Seite für uns tut, sondern für diesen Menschen an sich, für sein Sein, sein Handeln.

Dankbarkeit ist so bedeutend, eben auch in Beziehung, weil sie uns vor Augen führt, was wir eigentlich für einen wunderbaren Menschen an unserer Seite haben. Nur leider vergessen wir dies manchmal und konzentrieren uns eher auf die Kritik, als auf das Lob und die Dankbarkeit.

Deswegen erinnere dich an deine Dankbarkeit für diesen Menschen gerade dann, wenn du das Bedürfnis hast zu kritisieren. Du darfst natürlich trotzdem deine Kritik äussern, aber aus einem Gefühl der Dankbarkeit heraus zu kritisieren, ist so viel gnädiger und liebevoller als aus einer grossen Unzufriedenheit heraus.

Und mit dieser Dankbarkeit im Herzen fällt es uns auch viel leichter die Kritik für uns realistisch einzuordnen und zu erkennen, dass beispielsweise die herumliegenden Socken kein Weltuntergang sind. Hinzu kommt das eine liebevolle Kritik viel eher vom Gegenüber angenommen wird als eine Kritik im Mantel einer Schimpftirade.

Ich habe einmal eine wunderbare kleine Anekdote gehört, die genau zu diesem Thema passt. Und zwar tauschten sich einige jüngere Frauen darüber aus, wie nervig doch das Schnarchen ihrer Männer sei. Eine ältere Frau in der Ruhe sagte dann:


«Was würde ich dafür geben, noch einmal meinen Mann neben mir schnarchen zu hören?»


Ich finde diese Geschichte nicht nur sehr rührend, sondern empfinde sie als Augenöffner und Realitätscheck. Sie erinnert uns daran, vor allem dankbar für den Menschen an unserer Seite zu sein und Kritik am besten nur aus einem liebevollen Herzen heraus zu äussern. Zumindest löst diese kleine Geschichte diese Gedanken in mir aus.

 

Das grösste Geschenk für eine Beziehung

Diese Punkte sind keine Art von Versicherung, um eine «perfekte» Beziehung zu erhalten oder eine Garantie dafür, diese retten zu können. Es sind Vorschläge um bewusster und achtsamer in der eigenen Liebesbeziehung zu sein.

Liebe, Achtsamkeit und Bewusstsein sollten wir nicht nur uns, sondern auch dem wohl nächsten Menschen in unserem Leben zuteilwerden lassen, womit wir ihm, uns und unserer Beziehung wohl das grösste Geschenk machen können. Als Ergebnis dieses Geschenkes dürfen wir, davon bin ich überzeugt, eine harmonischere und glücklichere Liebe erwarten – vielleicht nicht von heut auf morgen, aber ganz bestimmt auf lange Sicht.


Ich hoffe du konntest aus diesem ersten Teil meiner persönlichen Beziehungstipps etwas für dich und deine (zukünftige) Partnerschaft mitnehmen.

Welchen Tipps sind für dich völlig klar, welche nutzt du und welche sind für dich ganz neu, aber umsetzungswürdig?

 

Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.

 

Alles Liebe,

 

Deine Anna